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Anderland

 

Autorbewertung:
10 von 10 möglichen Punkten

Userbewertung:
6 von 10 möglichen Punkten
bei 2 gegebenen Stimmen.

Titel: Anderland - Der lästige Mann

Regisseur: Lien, Jens

Datum: September 2006

Darsteller: Trond Fausa Aurvaag
Petronella Barker
Per Schaaning
Birgitte Larsen

FSK: 16

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=kxWiewbyNaA

Genre: Horror/Mystik/Gesellschaftsatire




22.04.2010, 19:18 Uhr, von

Schattengenerator

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Der amnestische Andreas erreicht ein farblose Stadt ohne Erinnerung, ohne Gerüche, ohne Geschmack, ohne Kinder. Schnell findet er eine monotone Arbeit in der Buchhaltung, führt eine monotone Ehe mit einer IKEA-besessenen Karrierefrau, mit monotonem Geschlechtsverkehr, monotonen Affären, belanglosen sozialen Kontakten. Nichts hat Bedeutung oder Tiefgang. Menschen scheinen inhaltslose Hüllen zu sein, außengelenkt, seelenlos....

Eine Verstümmlung seiner Hand während der Arbeit wird auf unerklärliche Weise geheilt....
Irgendetwas stimmt hier offenbar nicht!

Ein Ausbruch aus dieser Welt ist unmöglich: Straßen führen im Kreis oder ins Nichts, selbst sein Suizidversuch, obschon gründlich ausgeführt, schlägt fehl. Selbst der Tod existiert hier nicht.

Er findet irgendwann einen Gleichgesinnten, der ihn auf einen schmalen Mauerdurchgang in eine Welt voller Farben, Gerüche und Musik aufmerksam macht. Diesen mit Bohrhämmern vergrößernd, zieht er den Unwillen der anderen Stadtbewohner auf sich. Er wird festgenommen und verbannt in die Kälte...

__________________Fazit___________________________

Eine dystopische, sarkastische Kritik auf unsere moderne Zivilisation, in der ein Happy End schlicht unmöglich ist.

Die graue Trostlosigkeit dieses Machwerkes ist zugleich Hauptinstrument als auch Handlungsbremse: es existiert keine wirkliche Auflehnung des Protagonisten, seine Versuche wirken hilflos, seine Aktionen verpuffen in der penetranten Gleichgültigkeit seiner Umwelt. Menschen sind hier nur indifferente Marionetten.

Der Film moralisiert nicht, einen erhobenen Zeigefinger sucht man hier vergeblich: der karikierte Ist-Zustand einer abgestumpften, übertechnologisierten Gesellschaft wird hier ins Unerträgliche potenziert, ohne dass ein konstruktiver Ausweg aufgezeigt wird. Aber warum auch - es funktioniert ja tadellos! Abweichungen werden hier gnadenlos eliminiert.

Der Zuschauer wird letztendlich über das Schicksal des Protagonisten im Unklaren gelassen; absichtlich, denn er ist entbehrlich, und vor allem: dem System lästig.

__________________________________________________

Gewonnene Preise:

Amanda Award 2006
ACID Award in Cannes 2006
International Fantasy Film Award: Special Mention (Jens Lien)

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Direktlink: www.resurrection-dead.de/dailydead/Anderland---Der-laestige-Mann-Lien-Jens-1620

Kommentare

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BlackLily

Nun, wir haben den Film jetzt auch endlich mal gesehen und der war (meine Meinung) interessant verstörend. Er hinterlässt ein ohne jedoch echte Fragen aufzuwerfen. Merkwürdig. So recht weiß ich nicht, was ich davon halten soll, aht aber einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

26.09.2010, 14:38 Uhr

• Eintrag hier zitieren • Eintrag im Gästebuch von BlackLily zitieren

Flammenzeichnung

Oder einfach in der gutsortierten Videothek deines Vertrauens ausleihen. So hab ich es diese Woche getan und muss sagen: Ich war ein wenig enttäuscht. Insgesamt war er mir, glaube ich, ein wenig zu humoristisch. Nicht dass ich schwarzen Humor nicht mögen würde, aber irgendwie hab ich den nicht erwartet. Wirklich mit Regisseuren wie Lynch hab ich diesen Film nicht in Verbindung bringen können. Den Anfang fand ich noch sehr gelungen und vielversprechend, dann gegen Mitte wurde es mir jedoch zu karikierend (Ich sag nur U-Bahn...). Auch das offene Ende hat mich ein wenig gestört. Ich hab an sich nichts gegen offene Enden und Lücken, aber... hm... ich glaube der Film war für mich entweder zu wenig konsistent oder zu sehr, je nach dem, was ich von ihm für eine Erwartung hatte. Er hatte zu viel Tiefgang für eine leichte Komödie, aber zu wenig komplexe Verstörung und Symbolik für einen richtigen Autorenfilm wie Lynch, Zulawski u.a. Ich hätte ihn mir irgendwie eindringlicher gewünscht, für sein zermürbendes Grundpotential hat er mich seltsam kalt gelassen. Vielleicht hat mich aber auch wirklich nur die Komik gestört.

Also in meinen Augen ganz nett, aber nicht genial. Ich würde sagen sechs Punkte.

02.05.2010, 20:05 Uhr

• Eintrag hier zitieren • Eintrag im Gästebuch von Flammenzeichnung zitieren

noli_me_tangere

Administrator

Schattengenerator schrieb am 28.04.2010, 19:18 Uhr:


Legal downloaden



Ich lach mich tot! Kann man das essen?

gez: Gott

nun, es gibt durchaus portale, auf denen man dvd-material legal downloaden kann. wo ist da der witz?

28.04.2010, 20:49 Uhr

• Eintrag hier zitieren • Eintrag im Gästebuch von noli_me_tangere zitieren

BlackLily

noli_me_tangere schrieb am 28.04.2010, 11:48 Uhr:

Auf der Erde und in der Hölle schrieb am 26.04.2010, 19:20 Uhr:
das erinnert mich alles, nachdem ich den trailer sah, dass das streben nach einem idealsystem; die desillusion eines paradiesischen zustands zu dem wunsch führt, dass der mensch sterben will. ohne schmerzen, kein glück. ohne kontrasterfahrungen ist alles grau und deprimierend. der mensch wird normalerweise getrieben von not oder auch lust und bedürfnissen bzw. auf der anderen seite mit unlust und schmerz konfrontiert. wenn weder not noch unlust herrscht, kommt die langeweile ans tageslicht. die langeweile des paradieses führt uns in ein endzustand. in anbetracht des paradieses löst sich das ich des menschen auf. die welt ist nichts anderes als ein ewiges jammertal. das alles dachte sich der philosoph philipp mainländer in seinem werk "philosophie der erlösung". es gibt im leben kein dauerhaftes glück. man kann kein restlos glückliches leben führen. denn es hieße von langeweile überrollt zu werden. und es erinnert natürlich an die dystopien eines huxley o.ä....

in ungefähr die richtung gingen meine gedanken beim lesen der rezi auch. sehr interessanter ansatz. der trailer ist sehr vielversprechend. schade, dass der film wohl in keinem kino mehr laufen wird - weiß jemand, wo man den kaufen oder legal downloaden kann?

*hüstel-amazon(link) vorhanden-hüstel*

Klingt gut, interessiert mich auch.

28.04.2010, 16:12 Uhr

• Eintrag hier zitieren • Eintrag im Gästebuch von BlackLily zitieren

noli_me_tangere

Administrator

Auf der Erde und in der Hölle schrieb am 26.04.2010, 19:20 Uhr:
das erinnert mich alles, nachdem ich den trailer sah, dass das streben nach einem idealsystem; die desillusion eines paradiesischen zustands zu dem wunsch führt, dass der mensch sterben will. ohne schmerzen, kein glück. ohne kontrasterfahrungen ist alles grau und deprimierend. der mensch wird normalerweise getrieben von not oder auch lust und bedürfnissen bzw. auf der anderen seite mit unlust und schmerz konfrontiert. wenn weder not noch unlust herrscht, kommt die langeweile ans tageslicht. die langeweile des paradieses führt uns in ein endzustand. in anbetracht des paradieses löst sich das ich des menschen auf. die welt ist nichts anderes als ein ewiges jammertal. das alles dachte sich der philosoph philipp mainländer in seinem werk "philosophie der erlösung". es gibt im leben kein dauerhaftes glück. man kann kein restlos glückliches leben führen. denn es hieße von langeweile überrollt zu werden. und es erinnert natürlich an die dystopien eines huxley o.ä....

in ungefähr die richtung gingen meine gedanken beim lesen der rezi auch. sehr interessanter ansatz. der trailer ist sehr vielversprechend. schade, dass der film wohl in keinem kino mehr laufen wird - weiß jemand, wo man den kaufen oder legal downloaden kann?

28.04.2010, 11:48 Uhr

• Eintrag hier zitieren • Eintrag im Gästebuch von noli_me_tangere zitieren

-.-'

das erinnert mich alles, nachdem ich den trailer sah, dass das streben nach einem idealsystem; die desillusion eines paradiesischen zustands zu dem wunsch führt, dass der mensch sterben will. ohne schmerzen, kein glück. ohne kontrasterfahrungen ist alles grau und deprimierend. der mensch wird normalerweise getrieben von not oder auch lust und bedürfnissen bzw. auf der anderen seite mit unlust und schmerz konfrontiert. wenn weder not noch unlust herrscht, kommt die langeweile ans tageslicht. die langeweile des paradieses führt uns in ein endzustand. in anbetracht des paradieses löst sich das ich des menschen auf. die welt ist nichts anderes als ein ewiges jammertal. das alles dachte sich der philosoph philipp mainländer in seinem werk "philosophie der erlösung". es gibt im leben kein dauerhaftes glück. man kann kein restlos glückliches leben führen. denn es hieße von langeweile überrollt zu werden. und es erinnert natürlich an die dystopien eines huxley o.ä....

wer seine erkenntnisse dazu erweitern will, dem empfehle ich:

zum thema erlösung:
www.amazon.de/Vom-Verwesen-Welt-anderen-Restposten/dp/3933497744/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1272302716&sr=1-1

zum thema langeweile:
www.amazon.de/Philosophie-Langeweile-Jürgen-Große/dp/3476022811/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1272302646&sr=8-1

ich sollte diese bücher bei gelegenheit mal rezensieren.

26.04.2010, 19:20 Uhr

• Eintrag hier zitieren • Eintrag im Gästebuch von Per Yngve Ohlin, 08.04.1991† zitieren

Das letzte Sternentier

"Der amnestische Andreas erreicht ein farblose Stadt ohne Erinnerung, ohne Gerüche, ohne Geschmack, ohne Kinder. Schnell findet er eine monotone Arbeit in der Buchhaltung, führt eine monotone Ehe mit einer IKEA-besessenen Karrierefrau, mit monotonem Geschlechtsverkehr, monotonen Affären, belanglosen sozialen Kontakten. Nichts hat Bedeutung oder Tiefgang. Menschen scheinen inhaltslose Hüllen zu sein, außengelenkt, seelenlos...."

erinnert mich an das buch ’hardboiled wonderland’ von haruki murakami.
werde mir den film auf jeden fall ansehen.
klingt äußerst interessant.

26.04.2010, 18:25 Uhr

• Eintrag hier zitieren • Eintrag im Gästebuch von Das letzte Sternentier zitieren

Daimonic

Flammenzeichnung schrieb am 26.04.2010, 9:03 Uhr:
Liest sich sehr vielversprechend!


find ick och. wird auf jeden fall gemerkt.

26.04.2010, 9:15 Uhr

• Eintrag hier zitieren • Eintrag im Gästebuch von Daimonic zitieren

Flammenzeichnung

Liest sich sehr vielversprechend!

26.04.2010, 9:03 Uhr

• Eintrag hier zitieren • Eintrag im Gästebuch von Flammenzeichnung zitieren

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