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Autorbewertung: 9 von 10 möglichen Punkten
Userbewertung: 7 von 10 möglichen Punkten bei 4 gegebenen Stimmen.

Band: Les Discrets
Bandlink: www.lesdiscrets.com/
Titel: Ariettes Oubliées
Datum: März 2012
Label: Prophecy
Labellink: www.prophecy.cd/
Tracklist: Disk: 1
Linceul d’hiver
La Traversée
Le Mouvement perpétuel
Ariettes oubliées I : Je devine à travers un murmure...
La Nuit muette
Au Creux de l’hiver
Après l‘ Ombre
Les Regrets
Disk: 2
Le Souffle froid
Ariettes oubliées II : Il pleure dans mon caeur…
L'Échappée - acoustic version
Genre: Post-Rock/Shoegaze/Metal

10.02.2012, 2:30 Uhr, von
An Autumn to Crippled Children  
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 Les Discrets’ neues Album ist eine Weiterentwicklung ihres Debuts „Septembre et Ses Denieres Pensées“ aus dem Jahre 2010. Die Weiterentwicklung erkenne ich persönlich an den harmonischeren Strukturen ihrer Lieder, die mehr denn je dieses neue Genre des Post-Black-Metal definieren. Mit „harmonisch“ sind für mich die sanften Gitarrenflächen gemeint, die mit dem melancholischen Klargesang und dem progressiven Schlagzeugspiel, das zum Teil auch sehr schnell und brachial werden kann, eine traumhafte Vision vor dem Auge des Zuhörers erzeugen. Vorausgesetzt, man ist zu Träumereien fähig…
Diese Band lässt sich mit Katatonia, Alcest, Agalloch, Klimt 1918 und Afi vergleichen. Allen voran das erste Album von Katatonia „Brave Murder Day“ beinhaltet für mich bereits die Quintessenz des Post-Metal-Goth-Doom: Reichliche Melodien mit düsterer und Endzeit-Grundstimmung. Wer vordergründig nur harte Musik bevorzugt, wird meines Erachtens an dieser Platte vorbei greifen. Es kommen Akustik-Gitarren zum Einsatz und ansonsten das typische Repertoire an Rock-Elementen. Die Musik wird zum Teil sowohl meditativ als auch rockig bis schnell.
Beim Zuhören kommt man sich vor, als würde man in die tiefsten Geheimnisse des Lebens blicken. Die Texte sind allesamt auf Französisch, was ich nicht verstehe und deshalb nichts zu ihnen sagen kann. Diese Musik kommt am besten mit einer guten Musikanlage zur Geltung; hört man sie nur leise, wird sie vielleicht dem einen oder anderen „langweilig“ erscheinen.
Zum Bookletdesign kann ich derzeit noch nichts sagen, weil mir vorerst die originale Version fehlt: aber Fakt ist, dass der Sänger, Komponist und Künstler Fursy Teyssier ein Genie sein muss. Ich interessiere mich seit geraumer Zeit für Künstler mit zweifacher oder Mehrfachbegabung. Da wären: Alfred Kubin, Bruno Schulz, Clive Barker, Clark Ashton Smith… jedoch gibt es wenige Künstler, die nahezu die meisten künstlerischen Plattformen für sich beanspruchen: Da wären Marilyn Manson und nun auch der Kopf hinter der Band Les Discrets.
Ich habe, nachdem ich diese Platte das erste Mal hörte, zufällig den Fernseher eingeschaltet und musste mich in meiner Abneigung gegenüber der „Mainstream-Medienwelt“ mal wieder nur bestätigt fühlen: Diese Musik läuft vorherrschender Kultur zuwider.
Ich bezeichne diese Musik auch als „herbstlich“. Abgefallene Blätter mit der rostbraunen Grundstimmung der im Verfall sich befindenden Jahreszeit. Wer schon von Kindesalter an in diesem Land die kalten und verregneten Tage des Jahres am intensivsten wahrgenommen hat, wird vielleicht diese Musik ins Herz schließen. Wer zudem ein Faible für das Meer und für Fernweh hat, ebenso; noch nie hat Sehnsucht so schön geklungen.
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Dieses Album hat eine Art-Book-Edition, eine Digi-Ausgabe, eine normale Edition und eine inoffizielle MP3-Version. Je nachdem, wieviel Geld man hat, und wie tiefgreifend die eigene Identifizierung ist, kann man eine Entscheidung treffen. Empfehlenswert ist es allemal.
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