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Titel: Battle Royale
Verfasser: Masayuki Taguchi (Zeichung und Text), Koushun Takami (Text)
Datum: November 2008
Genre: Splatter, Gesellschaftskritik
Preis: 19,90 €
ISBN: 3867195013

24.07.2010, 11:55 Uhr, von
かすみ    
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 Der Name „Battle Royale“ wird den meisten wohl bekannt sein. Sei es durch die Verfilmung mit Takeshi Kitano oder sogar durch den 2006 in Deutschland erschienen Roman des Autors Koushun Takami.
Seit 2009 kommt man nun auch in den „Genuss“, den Manga ebenfalls auf Deutsch lesen zu können.
Nun einmal, für alle Neulinge oder die, die es dennoch ein weiteres Mal wissen möchten, die grobe Story.
Im fiktiven Staat „Volksrepublik Großostasien“ herrscht eine Diktatur, an dessen Spitze der „große Führer“ steht. Dinge aus dem imperialistischen Ausland, wie zum Beispiel die amerikanische Rockmusik, sind strengstens verboten, Widerstand gegenüber dem Regime natürlich ebenfalls. In diesem Staat gibt es ein sogenanntes Spiel, bei der regelmäßig eine Schulklasse ausgewählt und an einen isolierten Ort verfrachtet wird. Dort müssen die Schüler einander töten, bis noch einer (oder durchaus auch eine) übrig ist, der Sieger bzw. die Siegerin.
Natürlich ist es unmöglich, das „Spiel“ zu verweigern oder gar zu fliehen, denn jeder Schüler bekommt ein Halsband umgelegt, welches wichtige Daten (Puls und ähnliches) und einen Sprengsatz beinhaltet, der bei Bedarf ferngezündet werden kann.
Falls 24 Stunden lang niemand stirbt, werden alle Halsbänder gezündet und es gibt keinen Sieger. Um das ganze noch schmackhafter zu machen, gibt es noch die „Verbotenen Zonen“, welche nach und nach mehr werden. Wer diese betritt, wird ebenfalls per Sprengsatz getötet.
Dieses Mal ist die 3. Klasse der Shiroiwa-Mittelschule (entspricht unserer 9. Klasse und wurde im Manga als „Gesamtschule“ übersetzt) ausgewählt, zu der auch Shuya Nanahara, der Hauptcharakter der Geschichte gehört. Shuya ist kurz gesagt ein Frauenheld, so ziemlich alle Mädchen sind in ihn verliebt, zumindest heimlich, und meiner Meinung nach vollkommen übertrieben und überzogen dargestellt. Einziger Pluspunkt ist hier jedoch, dass es im Vergleich zum Roman noch etwas erträglicher ist und Shuya gelegentlich einfach nur wie ein naiver Volltrottel daher kommt. Des weiteren wären da noch Mitsuko Souma, die scheinbare „Femme Fatale“ des Manga, welche eigentlich nur ein kaputtes, kleines Mädchen ist und die Situation ausnutzt, um eben zu beweisen, dass sie nicht nur „genommen“ wird, sondern durchaus auch selbst nimmt. Auch erwähnenswert wäre Shinji Mimura, ebenfalls ein sportlicher Frauenheld, welcher im Gegensatz zu Shuya jedoch durchaus Makel besitzt und ein wohl unvergleichbares Computergenie mit staatsfeindlichen bis anarchistischen Tendenzen ist.
Neben Mitsuko als weibliches „Monster“ gibt es natürlich auch noch ein männliches Gegenstück, Kazuo Kiriryama. Während die Begabung bei Shuya schon teilweise übertrieben waren, ist es bei Kiriyama einfach nur noch lächerlich. Besonders im Bezug auf die Vergangenheit kommt es äußerst unglaubwürdig rüber, und ab der Erklärung zu seiner Kaltblütigkeit im Endeffekt nur noch lächerlich.
Der „heimliche Held“ der Manga-Version ist meiner Meinung nach Hiroki Sugimura, welcher im Roman zwar eine der wichtigsten Personen ist, im Film dagegen kaum beachtet wurde. Seine Geschichte zieht sich durch die gesamte Hauptstory und wertet den Manga teilweise dadurch auf, dass es eben nicht nur um unseren „ach so tollen Frauenheld“ Shuya geht.
Zum exakten Verlauf der Geschichte lässt sich nicht viel sagen, außer, dass innerhalb 5 Sammelbänden (15 reguläre Bände im Original) ca. 41 Schüler und eine Handvoll Nebencharaktere auf teilweise abscheulichste Art ums Leben kommen. An Blut und anderen Stilmitteln, die teilweise sogar unpassend kitschig wirken, wurde beileibe nicht gespart.
Auch sonst ist der Zeichenstil nicht gerade der beste, so hat zwar jede Person tatsächlich ein eigenes Gesicht und nicht nur die Haare dienen zur Unterscheidung (wie im Normalfall), dafür wirken die Gesichter zum Teil einfach nur noch unmenschlich hässlich, und der Lehrer, in diesem Falle „Yonemi Kamon“, wirkt wie ein Bodybuilder für Gesichtsmuskeln.
Trotz allem ist die Manga-Umsetzung durchaus gut gelungen und weitaus näher an der Romanvorlage als der Film, was aber auch an der Mitarbeit des ursprünglich Autors liegen mag. Ein netter Bonus lässt sich in den Interviews mit Autor und Zeichner finden, oder auch in den Charakterskizzen und Kurzbeschreibungen der Hauptfiguren. Außerdem erfährt der Leser regelmäßig die Zwischenstände, inklusive Verbotener Zonen und Infos, welche Charaktere nun eigentlich tot sind und welche noch nicht.
Preislich bewegt sich das ganze mit ungefähr 20 € je Band an der obersten Toleranzgrenze, und ohne das größere Format und die leicht bessere Gesamtqualität im Vergleich zu gewöhnlichen Manga hätte ich es für so einen Preis nicht gekauft.
Im Grunde lässt sich sagen, dass sich der Manga für eingefleischte Fans durchaus lohnt und die Verfilmung ganz klar in den Schatten stellt, ansonsten aber kein Muss ist, sondern eher eine ganz nette Sache, wenn jemand auf solche Dinge steht.
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