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Autorbewertung: 9 von 10 möglichen Punkten
Userbewertung: 8 von 10 möglichen Punkten bei einer gegebenen Stimme.

Titel: Bokurano: Ours
Verfasser: Kitoh, Mohiro
Datum: Februar 2010
Genre: Science-Fiction
Preis: 10,99 €
ISBN: 1421533618

22.08.2010, 21:54 Uhr, von
かすみ    
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 14 Mittelschüler_innen im Alter von etwa 13 Jahren und eine Grundschülerin entdecken während einer Sommerschule¹ am Strand eine seltsame Höhle. Neugierig wie Kinder nun mal sind, wagen sie sich ins Innere der Höhle. Anstatt dem, was mensch dort jedoch üblicherweise erwarten würde, finden die 15 dort eine fast komplett eingerichtete „Wohnung“ vor, bemerkenswert sind jedoch die vielen Computer und anderen technischen Gerätschaften, die sich dort finden lassen. Kaum haben die Kinder die Höhle wirklich bestaunen können und Spekulationen über das Ganze anngestellt, betritt ein seltsamer Mann, welcher sich als Kokopelli² vorstellt, die Höhle. Nachdem er sich vorgestellt hat, fragt er die Gruppe, ob sie ein Spiel mitspielen möchten, welches er entwickelt. In diesem Spiel wird die Erde von 15 Robotern bedroht, die nacheinander von einem Roboter auf Seite der Spieler_innen besiegt werden müssen. Für jeden Roboter ist ein Kind als Pilot_in an der Reihe.
Das lässt sich natürlich kein Kind zwei mal sagen, und so stimmen die meisten direkt zu, wozu sie ihre Hand auf eine seltsame Metallplatte legen, lediglich Machi zögert kurz aus Skepsis, wird dann jedoch von Waku dazu gebracht, versehentlich „den Vetrag zu unterzeichnen“, außerdem macht Kana, die jüngere Schwester von Ushiro, ebenfalls nicht mit.
Doch kaum haben alle unterzeichnet, die mitspielen wollten, wachen die 15 plötzlich am Strand auf. Die Höhle ist verschwunden, und alle sind sich nicht mehr sicher, ob sie nur geträumt haben.
Einige Zeit später jedoch taucht in der Nähe ein seltsamer Roboter auf, und kurz darauf finden sich alle im Cockpit dieses Roboters wieder, wo sie von Kokopelli empfangen werden. Dieser erklärt ihnen, dass sie von hier aus den Roboter steuern werden, zur Erklärung stellt er sich selbst dem ersten Gegner und erklärt ihnen die Einzelheiten, wie zum Beispiel die Tatsache, dass sie diesen Roboter durch Gedankenkraft steuern müssen, außerdem gibt es für jede_n Einzelne_n einen eigenen Sitz. Nur Kana hat keinen eigenen, da sie auch nicht unterzeichnet hat, bekommt jedoch von Maki einen Platz auf ihrer Sitzbank angeboten. Keiner der Stühle bzw. Plätze gleicht dem anderen, und so merkt mensch beim Lesen schnell, dass die Plätze gewisse Verbindungen zu dem Leben der Einzelnen haben.
Nachdem Kokopelli den Kampf beendet hat, stirbt er, und die Kinder werden wieder ins Freie befördert.
Im Laufe der Geschichte erfahren die Kinder nach und nach, was es mit all diesen Dingen auf sich hat, so zieht der Roboter zum Beispiel seine Antriebskraft aus der Lebensenergie der Pilot_innen, außerdem müssen sie den Kampf in jedem Fall gewinnen, da sonst ihre eigene Welt aufhört zu existieren.
Nach und nach müssen also innerhalb von 65 Kapiteln 15 Kinder sterben, die meisten von ihnen mit Ausblick auf eben diese Tatsache, aus der es kein Entrinnen gibt.
Es wurde der Umgang jedes Kindes mit eben dieser Aussicht gezeigt, und so ist es durchaus realitätsnah, dass jedes Einzelne von ihnen eine ganz eigene Art hat, mit der Sache umzugehen, und vor allem kein „Ende“ dem anderen gleicht. So werden immer wieder Fragen aufgeworfen, und schnell stellt sich beim Lesen heraus, dass nichts so ist, wie es scheint, immer wieder laufen die Dinge anders als mensch es beim Lesen erwartet. So gibt es weder klare Täter noch Opfer und einige scheinbar „zufällig“ mit dem ganzen verbundene Personen stehen den Kindern näher, als sie es sich wünschen.
An sich ist die Geschichte wirklich gut und auch authentisch erzählt, es wird nichts beschönigt und auch die Tatsache, dass es sich eben um Kinder handelt, wird eigentlich immer beachtet. Es wird keine falsche Hoffnung gemacht.
Lediglich zum Ende hin wurde das ganze etwas verwirrend, sodass mensch teilweise nicht mehr weiß, was wirklich Sache ist.
Zeichentechnisch gibt es eigentlich nichts zu bemängeln, es ist nicht der Stil, den mensch üblicherweise erwartet, es ist ein recht neutraler und erwachsener Stil. Anatomisch als auch perspektivisch sind die Zeichnungen eigentlich immer korrekt, allerdings gibt es auch keine unnötigen Schnörkel, die von der eigentlichen Sache ablenken.
Bokurano ist zwar ein Manga, in dem es um Kinder geht, jedoch gewiss kein Manga für Kinder. Ein gutes Werk, welches viele Fragen aufwirft und vor allem storytechnisch über den Durchschnitt hinausreicht.
¹ In Japan ist es üblich, während der Sommerferien zusätzliche „Schulen“ zu besuchen, sei es nur wie hier, um lediglich etwas dazu zu lernen (ähnlich wie in einem Sommercamp) oder sich auf die anstehenden Aufnahmeprüfungen der Oberschulen und Universitäten vorzubereiten.
² http://de.wikipedia.org/wiki/Kokopelli
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