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25.07.2010, 14:13 Uhr, von
Winterkind, KSC      
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 ...conatum responionis defendentis ad eius criticos novi saeculi.
(Über die Religion; Versuch und Entwurf einer Antwort an ihre neuen Kritiker in verteidigender Absicht)
Übersicht:
Ein Schützengraben
Bestandsaufnahme
Immer wieder Theodizee
Von Goethe und Iren
Ein Gegenentwurf
Relativer Atheismus?
Siglen
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Ein Schützengraben verläuft durch Europa. Eigentlich um die ganze Welt, quer durch alle Kulturkreise und Gesellschaften. Und wir haben damit insofern noch Glück, als kaum Schüsse fallen – außer halt von einigen Extremisten, die dann blöderweise auch noch auf meiner Seite der Front stehen. Was mich recht ärgert. Doch diejenigen Zeitgenossen, und das sind die meisten, mit einem etwas präziseren Verständnis von „Kultur“ fechten diesen sehr merkwürdigen Krieg mit Worten aus.
Woran ich mich nun aber auch nicht beteiligen möchte. Vielmehr sehe ich mich lediglich nicht in der Lage, etwas wie Das Prometheus Trio zu besprechen, ohne wenigstens nachträglich die klaffenden Leerstellen zu füllen, die m.E. geblieben waren, da die entsprechenden Erörterungen einfach nicht in eine Buchrezension gehören.
Um nicht weiter auf die Folter zu spannen: Es geht um die „Neuen Atheisten“ , bzw.
Antitheisten und, nach dreieinhalb Jahren Schweigens, den Versuch einer Antwort, die – hoffentlich – in irgendeiner Weise zu einer irgendwie gearteten Verständigung beitragen kann. Im wesentlichen versuche ich hier eigentlich nichts anderes als schon FDE Schleiermacher vor etwas mehr als zweihundert Jahren. Könnte ich seine „Reden über die Religion, an die gebildeten unter ihren Verächtern“ daher jetzt hier einfach referieren? Ja und nein. Ja, insofern meine Leitlinie der Verteidigung auf Schleichermachers dort gebotenen Gedanken immerhin wurzelt; nein, da in diesen zweihundert Jahren natürlich einiges geschehen ist, was sich auf die Argumentationen und möglichen/ sinnvollen Argumentationsweisen auswirkt. So hat FDES sich etwa nicht sowohl mit der Evolutionstheorie als auch den dümmst möglichen Entgegnungen darauf herumschlagen müssen.
Bestandsaufnahme
Wie schaut es eigentlich gerade aus in der Welt der Religiösen?
Denkbar finster. Die Juden sind zum größten Teil säkular , der Islam ebenfalls, sofern er sich nicht mit Terrorismus oder der Aufrechterhaltung von Unterdrückungsregimen beschäftigt; die Katholische Kirche bekommt einen immernoch zunehmend schlechten Geruch (und nicht mehr nur nach Weihrauch) und die Protestanten haben es in nahezu fünfhundert Jahren nicht geschafft, sich irgendwie einig zu werden. Wir sind zersplittert, machen uns gegenseitig das Leben schwer und auf drei einigermaßen (auch humanitär) hilfreiche Aktionen kommen zehn mindestens dämliche mit der Option zu gewalttätig.
Die gängigen Gottesbeweise liegen auch in Trümmern. Insofern irgendwie schade um die Scholastik. Wobei ich aber zum ontologischen Gottesbeweis noch sagen möchte, daß der eine Euro in meiner Tasche durchaus vollkommener ist/mehr Wert hat, als der Hunderter, den ich mir vorstelle, da ich letzteren nicht ausgeben kann. Was letztlich dazu führt, daß wir vermutlich wirklich von einem real existierenden vollkommensten Wesen ausgehen können, aber dafür keine Ahnung haben, wie es sonst so ausschaut (außer halt, daß es existiert).
Sollte man da jetzt als Theologe den Schwanz einziehen und sich auf Taxifahrer umschulen lassen?
Nicht unbedingt! Im folgenden werde ich auf das m.E. kritischste Argument gegen die Religionen eingehen und sodann einen Gegenentwurf wagen.
Immer wieder Theodizee
Gegen Religion und Religionen, wie sie aktuell existieren, ist viel einwendbar; soziologisch, ethisch, politisch; dazu werden wir im nächsten Teil kommen. Jetzt gerade befinden wir uns einen Schritt davor, im Bereich der Logik: Immerhin ergibt Religion (vermutlich) dann keinen Sinn mehr, wenn es keinen Gott gibt. Als absoluten Gegenbeweis der Existenz Gottes hat nun Andreas Müller ( ) im Feuerbringer mal nichts weniger als die ganze Welt gebracht. Diese müßte nämlich anders aussehen, als sie es aktuell tut, wenn irgendwo irgendwie irgendein Gott am Werk wäre.
Dieser Einwand hat mehrerlei Dimension. Einmal „technisch“, wenn man sich etwa Aufbau, Beschaffenheit und Organisation des Universums, oder auch Physiologien lebender Körper und die Evolution anschaut. Warum etwa gibt es nicht in erreichbarer Nähe noch andere Leben tragende Planeten? Ein Gott, der aus Liebe handelt, müßte doch daran interessiert sein, daß es möglichst viele Wesen gibt, die er lieben kann? – Allerdings würde eine größere Bio-Dichte auch eine größere Massendichte und eine andere Häufigkeitverteilung der chemischen Elemente bedeuten... Und warum ist das Universum nicht statisch, sondern der Entropie verfallen und wird irgendwann mit einem Knall verlöschen? – Naja, gibt immerhin einen guten Anlass für den jüngsten Tag …
Und warum sehen wir in nahezu allen Organismen die Spuren ihrer evolutionären Entwicklung? – Ende im Gelände. Eine von mehreren Sachen, die ich definitiv gelernt habe: Man äußere sich als Theolog_in nicht zur Evolution. Ich gehe einfach stillschweigend davon aus, daß sie läuft und daß dieser Umstand Gott nicht aus der Debatte befördern muß. (Wer mag, möge sich dazu bei Jean Calvin belesen: Institutio I, 16-18).
Die andere Dimension des Einwandes läuft letztlich auf das Theodizee-Problem hinaus. Und über das hat sich nun wirklich jede theologische Generation den Kopf zerbrochen. Wie kann Gottes Allmacht UND Allgüte mit dem traurigen, traurigen Zustand der (menschlichen) Welt zusammen gehen? Ich werde das hier jetzt auch nicht lösen und möchte bloß darauf hinweisen, daß „Güte“ sich entweder auf die Qualität eines Produktes bezieht, oder in den Bereich von Beziehungen gehört: Jemand ist dann gütig, wenn er sich dem Ich gegenüber als wohlwollend erweist. Zusammen mit Prädestinationslehre, der Zukunftsperspektive und der Annahme, daß Gott der eigentliche Maßstab für „gut“ ist, läßt sich einiges zusammen basteln. Und letztlich: „spricht der HERR: Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege; sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.” (Jes. 55,8f). Wir stehen, wie oft, vor einem erkenntnistheoretischen Ereignishorizont, durch den einfach kein Durchkommen ist. Ebenso, wie man hinter einer Ansammlung von Sinneseindrücken einen wirklichen physischen Körper und hinter diesem Körper eine reale, fühlende und denkende Person, nur vermuten, weil letztlich nicht beweisen kann, stehen wir dem Universum gegenüber und haben dabei das selbe Problem, wie die Crew auf der SOLARIS-Station: Will und hat ES uns etwas zu sagen, oder handelt es sich „bloß“ um auffällige, weil unwahrscheinliche, aber letztlich unbelebt-zufällige Energie-Materie-Konfigurationen? Man kann die Dinge auf die eine oder andere Weise behandeln, aber es ist in jedem Falle ein So-tun-als-ob – und schauen, wie weit und wohin man damit kommt.
Wobei der jeweilige „Wert“ einer Herangehens-Variante davon abhängt, was eigentlich das eigene Ziel ist. [link´url=http://de.wikipedia.org/wiki/Subjekt_(Philosophie)#Kant] (Substanz-Akzidenz/
Ding-Phänomen-Problem) [/link]
Bzgl. der Theodizee ist das auf die Frage zu übertragen: Stehen wir einem blinden Geschick gegenüber, das da noch von sozialen, ökonomischen etc. Gesetzmäßigkeiten, ebenso blind, mitbestimmt wird, oder denken wir hinter/über/unter den Widerfahrnissen eine irgendwie geartete Vorsehung eines bewußten Willens?
Von Goethe und Iren
Man kann das Pferd aber auch von der anderen Seite aufsatteln und sagen: Müßte die Welt nicht anders sein, als sie ist, wenn Goethe tatsächlich gelebt hätte? Was haben wir denn von „ihm“? Ein paar Schriftstücke, ein paar Bilder, ein Institut. Aber hat ihn jemand hier schon mal leibhaftig gesehen?
Um das Argument der nahen Zeit auszuschalten, kann man die selben Fragen auch bzgl. Julius Cäsars stellen – Woher beweisen wir, daß er wirklich je gelebt hat? Antwort: Er ist in historischen Quellen gut belegt. Was bedeutet: Er kommt in vielen und voneinander unabhängigen Quellen vor, von denen relativ viele noch in seine Zeitgenossenschaft datiert werden. Was für Jesus (leider) nicht gilt. Seine Zeitgenossen hatten scheinbar zu wenig Interesse an ihm oder waren zu analphabetisch. Allerdings könnte auch Cäsar schon in ein paar Jahrhunderten von einer historischen zu einer Legendenfigur zusammenschrumpfen, wenn Quellen verschwinden. Gilgamesch, falls es ihn gegeben hat, hat das schon hinter sich...
Was hat das mit Gott zu tun? Immerhin ist er doch unsterblich und könnte sich auch selber mal zu Worte melden? Warum hat er sich vielleicht irgendwann mal zu Worte gemeldet und weigert sich heute so beharrlich? Dazu etwas später, jetzt gerade geht es um die Behandlung „unsichtbarer“ Entitäten (und in gewisser Weise sind die Toten unsichtbar). Und hier gilt aufgrund Mehrheitskonsens, was der irische Bischof Berkeley mal formulierte: Esse est percipi, Dasein ist wahrgenommen werden. Beziehungsweise: rezipiert werden. Wir wissen nicht mit der selben letztendlichen Sicherheit, mit der wir von unserer Nase (und falls jemand keine Nase hat, weiß die betroffene Person um diesen Umstand) wissen, um die Existenz Goethes oder Caesars, aber pragmatischer Weise tun wir so, als ob und beziehen und hin und wieder auf Gedanken, die aus ihnen zugeschriebenen Schriften stammen. Und jetzt übertragen wir das mal auf Gott:
Die abrahamitischen Religionen sind sich da mit empirischen Studien weitgehend einig, und zwar, daß Gott im allgemeinen von der Menschheit äußerst schwach rezipiert wird. Doch die Deutung ist eine Unterschiedliche. Jedenfalls das alte Judentum und der alte Islam kleiden diesen Umstand in
das Wort „Götzendienst“; das Christentum sagt „Erbsünde“, während diese progressive Entwicklung aus dem Blickwinkel des A(nti)theismus eine durchaus positive und förderungswürdige ist.
Allerdings gibt es eine Einschränkung des „Esse est percipi“. In Reinform gilt es nämlich nur für Unbelebtes und nur in Bezug auf das Wahrnehmende. Nehmen wir an, Gott verfüge über ein irgendwie geartetes Bewußtsein, dann muß da auch Selbstbewußtsein = Selbstwahrnehmung vorhanden sein. „Ich“ verschwinde ja auch nicht, wenn ich ganz alleine bin, da ich mich immernoch selber wahrnehmen kann – so lange ich bei Bewußtsein bin. Und wenn dieses in völliger Isolation verloren geht...dann bin ich nicht mehr (außer noch, Gott näme mich wahr).
Insofern beschädigt die geringe Rezeption Gottes nicht seine Existenz, ebensowenig, wie diese Kolumne auch dann noch existiert, wenn sie niemand liest (was sehr zu vermuten ist).
(M)Ein Gegenentwurf: Religion als Poesie
Das Argument der „anderen Welt“ ist damit nicht erledigt, aber zumindest beleuchtet und ferner der Prüfung aller Einzelnen unterworfen, sodaß jetzt ein Positum zu errichten ist und auch FDES endlich ins Spiel kommt.
Mein Plädoyer für die Religion zielt darauf ab, sie als Poesie im weitesten Sinne wahrzunehmen.
Von Schleiermacher her erklärt sich das so:
Sie [die Religion] begehrt nicht, das Universum seiner Natur nach zu bestimmen und zu erklären wie die Metaphysik, sie begehrt nicht, aus Kraft [...] des Menschen es fortzubilden und fertig zu machen wie die Moral. Ihr Wesen ist weder Denken noch Handeln, sondern Anschauung
und Gefühl. Anschauen will sie das Universum [die Gesamtheit des Seins und Geschehens], in seinen eigenen Darstellungen und Handlungen will sie es andächtig belauschen, von seinen
unmittelbaren Einflüssen […} sich erfüllen lassen.
(50/ Ed.RO 49) |
Anschauung und Gefühl können wir synonym zu Wahrnehmung in Verbindung mit der
Frage, was das Wahrgenommene mit dem Wahrnehmenden anstellt, verstehen. Lt. Schleichermacher ist Religion nichts anderes, als solche Wahrnehmung. Das, was wir als Religion in Liturgien, Riten etc. sehen können, ist dann der Ausdruck, der Versuch einer Kommunikation des Wahrgenommen. Wodurch sie mir eine Parallelenziehung zur Poesie aufdrängt: Poetische Menschen versuchen, ihre, oftmals eigentümlichen Wahrnehmungen, auszudrücken und
mitzuteilen. Beide, sichtbare Religion und sichtbare Poesie brauchen Menschen um zu existieren.
Für den Wahrheits-/Wirklichkeitsgehalt eines Kunstwerkes ist nun aber nicht (nur) die Frage von Bedeutung, ob das, was sie en detail darstellen, auch „historischer“ Wahrheit entspreche. So hat Sherlock Holmes nie „wirklich“ gelebt, und dennoch konnte A.C. Doyle uns mit seiner Hilfe etwas sehr Wahres über die sehr realen Möglichkeiten der menschlichen Geisteskraft erzählen.
Ein Kunstwerk, eine Geschichte ist dann wirklich, wenn sie uns angeht, uns etwas angeht, uns existentiell berührt und damit letztlich auch etwas über uns selber erzählt (,weshalb ohne weitere Informationen in ein Werk auch meistens das hineininterpretiert wird, was im Interpretierenden selber enthalten ist). Bei der Frage nach der enthaltenen Wirklichkeit einer Religion geht es also darum, was sie uns über uns erzählt. Und zwar nicht uns Menschen als Gattung, sondern „uns“ allen Einzelnen.
Die Parallelen gehen noch weiter: Für die Bewertung von Poesie nach gut oder schlecht kann man zweierlei Kriterien anlegen: 1. formale; 2. inhaltliche.
Das Formale Kriterium hat seine Analogie betr. der Religion bzw. religiöser Menschen in deren Hermeneutik, also der Art und Weise, wie sie zu ihren Aussagen kommt und wie diese Aussagen angeordnet und kommuniziert werden.
Das inhaltliche Kriterium eröffnet hier wie dort den Zugang zu und das Gespräch mit der Philosophie.
Und als entschiedener Protestant und Dichter nehme ich mir die Freiheit heraus zu der Forderung, daß Religionen/relig. Menschen sich wie gute Dichter benehmen und ihre „Werke“, wenn notwendig überarbeiten, sowie sich für diese Notwendigkeiten sensibilisieren sollten. Und
Neues zu schaffen, wenn notwendig. Die Reformation muß als reformatio reformanda, als immer weiter zu reformierende Reformation verstanden werden, wollen „wir“ Religiösen uns die Kommunikationskanäle mit dem Rest von Welt und Menschheit nicht irgendwann gänzlich zuwachsen lassen.
Nachschlag: Relativer Atheismus?
An dieser Stelle ist noch ein Einwand zu besprechen, der auch schon eher hätte erwähnt werden können, doch ist meine Erwiderung m.E. vor dem Hintergrund des Gegenentwurfes leichter verständlich zu machen ist. Und zwar müssen „wir“ religiösen Menschen uns (u.a. GW, 77), sofern wir monotheistisch sind, sagen lassen, daß wir in Bezug auf die meisten jemals verehrten Götter Atheisten und die Voll-Atheisten „einfach schon einen Gott weiter“ (ebd.) seien. Verneinen wir dies, so bekennen wir uns dadurch zur Monolatrie, der Anbetung einer einzigen Gottheit,
wobei aber andere Gottheiten als möglich oder wirklich angenommen werden, und geben die Berechtigung von Monotheismus preis. Stimmen wir zu, um damit den Monotheismus zu retten, kommt die Frage nach, warum wir eben an die aller meisten Götter nicht nur nicht
glauben, sondern ihre Existenz auch bestreiten und woher wir denn sicher sein könnten,
daß just dieser eine Gott, an den wir ausgerechnet doch glauben, eben doch existiert.
Ich möchte hier einen Mittelweg vorschlagen (JAWOHL: Meine Antwort auf den Vorwurf lautet Ja
UND Nein). In Anlehnung an das alte Motto meiner künftigen Alma Mater: Veritas una, sed idea multiplex. Die Wahrheit mag eine sein, doch der Abbilder viele. Was so zu verstehen ist: Wenn ich nach Indien gehe und dort zu den gehoben gebildeten Schichten vom einen wahren Gott rede, werden sie „Brahma“ verstehen, sowie seine Beziehung zu den anderen Göttern, die Aspekte von ihm repräsentieren. In Anlehnung an diesen Gedanken kann man sagen, daß es sich bei polytheistischen Religionen darum handelt, daß den verschiedenen Aspekten der Gottheit (aus der Sicht des Menschen) eigene Persönlichkeiten zugesprochen werden (was auch im Christentum der Fall ist). Oder anders gesagt: Die eine Gottheit zeigt sich und wird von unterschiedlichen Menschen in unterschiedlichen Kontexten unterschiedlich wahrgenommen.
Einwand: Was ist dann aber etwa mit der alttestamentlichen Götzenpolemik?
Antwort 1. (historisch-kritisch) Hier handelt es sich um einen Ausdruck des altisraelischen Sonderstellungsbewußtseins (und Identitätskrisengeborenen Chauvinismus'), das Volk des einen allmächtigen Gottes zu sein, welche andere Gottesvorstellungen null und nichtig erklärte.
2. (gegenwartshermeneutisch) Wir können darin einen Hinweis sehen, daß es nicht gut ist, sich sowohl an einzelnen Aspekten, die der Mensch sieht, als auch an den Phänomenen/Accidenzen festzuklammern, und sie dabei mit der Substanz/dem Ding-an-sich zu verwechseln.
Siglen
– Ed.RO Schleiermacher, Friedrich D.E.: Über die Religion: Reden an die gebildeten unter ihren Verächtern; mit fortlaufender Übersicht des Gedankenganges in der Ausgabe von Rudolf Otto. 7. Aufl. Göttingen 1991. (UTB 1655)
– GW Dawkins, Richard (A)/ Vogel, Sebastian (Ü): Der Gotteswahn. 1. Aufl (Taschenbuch) Berlin 2008.
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