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Autorbewertung: 10 von 10 möglichen Punkten
Userbewertung: 9 von 10 möglichen Punkten bei 3 gegebenen Stimmen.

Titel: Die Chemie des Todes
Verfasser: Beckett, Simon
Datum: 2006
Genre: Roman
ISBN: 3805208111

29.06.2011, 23:40 Uhr, von
Misery Loves Company  Operator    
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 Die Verwesung des menschlichen Körpers beginnt kaum fünf Minuten nach Todeseintritt. Einst die Hülle des Lebens, beginnt der Körper die letzte Metamorphose und damit sich selbst zu verdauen. Die Zellen lösen sich von innen nach außen auf, das Gewebe wird erst flüssig, dann gasförmig. Kaum ist das Leben aus dem Körper gewichen, reiht er sich in die Nahrungskette anderer Organismen ein. Zuerst für Bakterien, dann für Insekten. Fliegen. Aus den gelegten Eiern schlüpfen Larven, die sich an der nährreichen Substanz laben und dann abwandern. Sie verlassen die Leiche in Reih und Glied und folgen einander in einer ordentlichen Linie, immer südwärts. Manchmal auch nach Südosten oder Südwesten, aber niemals nach Norden. Niemand weiß, warum.
Nach dem tragischen Verlust seiner Frau und seiner Tochter durch einen Autounfall beschließt der anerkannte Experte für forensische Anthropologie, Dr. David Hunter, seine vielversprechende Karriere hinzuschmeißen. Um mit der Trauer abschließen zu können, zieht er in ein abgelegenes kleines Dorf in Norfolk und besetzt dort die Stelle des Landarztes.
Von den Einwohnern mehr oder weniger akzeptiert scheint dieser Plan zunächst zu glücken, als schließlich eine verstümmelte Frauenleiche auftaucht und Hunter von seiner Vergangenheit wieder eingeholt wird. Um die Ermittlungen voranzutreiben, willigt der forensische Anthropologe widerwillig ein, die Polizei bei der Untersuchung der Leiche zu unterstützen.
Schon bald wird diese als die vermisste Sally Palmer, eine Bewohnerin des Dorfes, identifiziert – blutig hingerichtet und auf groteske Weise mit Schwanenflügeln verziert. Als kurz darauf die nächste Frau verschwindet, kommt Hunter nicht umhin, den Mörder unter seinen engsten Nachbarn zu vermuten.
„Die Chemie des Todes“, Dr. David Hunters erster Fall, ist der Beginn einer bisher vierteiligen Reihe über die Kriminalfälle des forensischen Experten. 2006 erschienen, erreichte der Roman international große Erfolge, wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt und verkaufte sich weltweit mehr als eine Million Mal.
Bereits 2007 folgte mit „Kalte Asche“ der Nachfolgeroman, 2009 und 2011 wurde die Reihe mit „Leichenblässe“ und aktuell „Verwesung“ ergänzt. Die Bücher bauen hinsichtlich der Hintergrundgeschichte von Hunter aufeinander auf, können ansonsten aber auch problemlos unabhängig voneinander gelesen werden.
Wer meine Rezensionen dieser Reihe bisher ein wenig verfolgt hat, wird mitbekommen haben, dass ich die Bücher auch in völliger Ignoranz der chronologischen Reihenfolge gelesen habe – allerdings eher unfreiwillig, da ich größtenteils auf die Verfügbarkeit in der Stadtbibliothek angewiesen war.
Trotz – oder gerade wegen – dieses Hintergrundwissens waren die Erwartungen an Teil 1 dieser großartigen Reihe ungewöhnlich hoch. Da dieser Band daheim in Rostock anscheinend permanent ausgeliehen ist, habe ich mir sogar extra die Mitgliedschaft der Siegener Bibliothek erkauft, um endlich den Anfang lesen zu können. Und das hat sich allemal gelohnt. Während meiner knappen Woche Lesezeit wurde der schlichte weiße Roman zu meinem ständigen Begleiter. Die Handlung ist an einigen Stelle zur größten Freude und vor allem Überraschung des Lesers höchst unerwartet, ganz besonders dann, wenn man meint das Spiel längst durchschaut zu haben. Und auch sonst bietet der Roman alles, was wir von Simon Beckett gewohnt sind. Sehr empfehlenswert, unbedingt lesen 
Anmerkung der Redaktion:
Hier findet ihr die anderen Rezensionen zu dieser Reihe:
Kalte Asche - Leichenblässe
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