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Tony Hill ist Mitte dreißig, introvertiert und vielleicht ein bisschen verrückt. Aber vermutlich ist es genau das, was ihn zu einem der besten Profiler in Großbritannien macht, weil er den Psychopaten „in die Köpfe gucken kann“, ihre Motive erkennt, sie versteht.
In der Serie „Hautnah – Die Methode Hill“ (OT: Wire in the Blood) begleitet der Zuschauer den Psychologen Dr. Tony Hill (Robson Green), wie er das Ermittlerteam um DI Alex Fielding (Simone Lahbib) dabei unterstützt, Serientäter aufzuspüren und zu überführen. Immer öfter gewinnt man dabei den Eindruck, dass man bei den Psychopathen mit gewöhnlichen Ermittlungsmethoden gar kein Erfolg in Aussicht wäre, und das Polizeiteam ohne den Profiler ziemlich aufgeschmissen wäre. Die doch eher ungewöhnlichen Methoden vom gutmütig und fast schon naiv wirkenden Tony stoßen dabei natürlich nicht nur auf freundliche Reaktionen und so muss er sich immer wieder aufs Neue beweisen.
Die 6. Staffel der Erfolgskrimiserie ist leider auch schon die letzte Staffel, hauptsächlich wegen der hohen Produktionskosten von bis zu 750.000£ pro 90min-Folge. Dafür punkten die vier Folgen mit athmosphärischen und aufwendigen Inszenierungen, die mehr an Kinofilm als Fernsehserie erinnern.
Die Serie beruht auf Figuren aus den Krimis der schottischen Autorin Val McDermid. Während in den ersten Staffeln auch noch Tonys Roman-Kollegin Carol Jordan vorkommt, wurde diese ab Staffel 4 durch Alex Fielding ersetzt. Der Bezug zum Buch ist aber deutlich, sodass Leser der Romane von der Serie nicht enttäuscht sein werden (hach, wie selten).
Die Serie ist sehr zu empfehlen für alle Fans von kriminalpsychologischen Ermittlungen, wie etwa auch Criminal Minds. Die 90min-Folgen sind aber schon ungewohnt lang, lassen sich also nicht mal eben zwischen Frühstück und Uni gucken. Auch die verwickelten Handlungsverläufe versteht man nur, wenn man der Serie volle Aufmerksamkeit schenkt. Dafür wird man mit sehr bildhaften, hoch ästhetischen Szenenbildern belohnt.