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Der Film „Irréversible“ vom französischen Regisseur Caspar Noé wurde 2002 in Cannes „uraufgeführt“. Eine Menge Zuschauer verlassen verstört das Kino... während der Film noch läuft. Er ist in seiner energischen Ausstrahlung unheimlich brutal, kommt dabei ohne ausgeprägte Gewaltszenen oder gar Splatter-Einlagen aus, löst dafür aber eine wahre Flut an Assoziationen aus.
In „Irréversible“ ist die Zeit der Hauptakteur. Sie kann alles, Monica Belluci ihrer Schönheit berauben, um sie ihr im nächsten Moment wieder zurückzugeben. Macht in der Realität dieses Films Sinn. Die Zeit zerstört alles, macht alles vergessen und heilt alle Wunden, und das in nicht einmal 100 Minuten. Die zentrale Aussage ist die Unumkehrbarkeit alles Geschehenen. Die Handlung (sehr simpel eigentlich) ist im Prinzip schnell umrissen: Die bildhübsche Alex (M. Belluci) verlässt alleine eine Party, geht raus in die Nacht, weil sie von ihrem Mann genervt ist, der sich weigert erwachsen zu werden. In einer Unterführung wird sie brutal vergewaltigt. Daraufhin machen sich Marcus (ihr Mann) und Pierre (Ex-Freund) auf die Suche nach dem Täter. Zwei unterschiedliche Männer. Der Eine wie blind vor Wut und verletzter Ehre, der Andere eher rational und zurückhaltend. Ihr eigenes Ziel? Sie kennen es nicht! Vielmehr sollte man zu der Rahmen-Geschichte auch nicht sagen an dieser Stelle, da der Film, ähnlich wie „Memento“, rückwärts erzählt wird. Damit ist natürlich die szenische Anordnung gemeint.
Der Eindruck entsteht, dass man vor diesem Film gewarnt sein sollte, er bricht Tabus, er ist rau, unangenehm, verstörend, provoziert Ekel. Die Schlüsselszene ist die Vergewaltigung von Alex, dauert mehrere Minuten und wechselt nie den Blickwinkel, voyeuristisch könnte man fast meinen. Doch eigentlich ist es nur das beklemmende Gefühl der Hilflosigkeit, was an dieser Stelle meisterhaft eingefangen wird und niemanden kalt lassen kann. Der Beginn des Films spielt in einem höllengleich inszenierten Schwulen-Club, wo die beiden Männer den Täter vermuten und arbeitet sich immer weiter zurück zur Inszenierung eines glücklichen Paares, bevor es auf eine Party geht. All diese Szenen könnten so harmonisch sein, doch die Liebesgeschichte ist in diesem Fall eine unendlich traurige. Das geschilderte Glück, die Vertrautheit, alles wirkt verzerrt, allein aus dem Vorwissen des Zuschauers heraus. Daher ist meiner Meinung nach die Rückwärts-Erzählung als Stilmittel absolut legitim und notwendig, was man in der ersten Hälfte noch stark anzweifelt. Informationen, wie zum Beispiel die um das anstehende Familienglück zu dritt, gewinnen dadurch an Bedeutung.
Mein Fazit ist letztlich durch und durch positiv. Selten war ein Film so direkt und kraftvoll. Er zerrt an den eigenen Nerven und frisst sich ins Gedächtnis. Noé erschafft eine erschreckend düstere Atmosphäre von Beginn an, die Kamera immer nur wenige Zentimeter entfernt am Geschehen mit einer Spannungs-Entladung, wie sie härter kaum sein könnte. Ich kann nur jedem empfehlen sich diesen Film anzusehen, sich auf den Stil einzulassen, um das Gesehene bewerten zu können.
Am brutalsten sind halt immer noch die alltäglichen Aggressionen im Kontext der Rache, Schuld und Angst. So unendlich unbequem, so hoffnungslos gefangen in dieser Welt.
8 von 10 Punkten von mir. War so ziemlich der erste Film bei dem ich das akute Bedürfnis hatte ihn vorzeitig auszumachen. Kann man mal wieder schön sehen wie die Inszenierung (Stroboskoplicht, dieser Mörderbass und die "wundervollen" Kamerafahrten gerade zum Anfang) Unbehagen erzielen kann. Der Film passt einfach, ist in sich stimmig und wahnsinnig brutal im Umgang mit dem Rezipienten. Ich finde ihn gut.
ich hab meine dvd davon mal ausgeliehen und habe die nie wieder bekommen -.- gaspar noé ist ein guter filmemacher und ich finde es schade, dass er bisher nur 2 filme gedreht hat, da fehlt eindeutig mehr von diesem dynamitstoff, der beiden filme, die ich mir gerne angeguckt habe. 10 punkte sind zu viel des guten, und nur weil es zu deinen top 5 gehört, müssen sie noch lange keine 10 verdienen, ich glaube du kennst nicht die wahren meisterwerke der filmgeschichte. ich gebe 7 punkte für einen sehenswerten film.
ich fand den film nicht sonderlich gut.
die kamerführung fand ich nicht so spannend, die feuerlöscherszene war ekelig und gut gemacht, ja. die vergewaltigungsszene fand ich nicht so beeindruckend. und bis auf die 2 dinge hat er meiner meinung nach nicht viel zu bieten..
naja.. ich weiss dass ich keinen geschmack habe.
3 von 10 punkten
Also die 10 habe ich halt gegeben, weil ich den Film spontan zu meinen Top 5 zähle (und ich denke 5 Filme kann ich die Höchstnote geben)....aber alles von 7-10 ist für mich völlig okay ,-)
Naja, nach der Szene in der Unterführung Filmende? Mhhh...naja, ich finde halt gerade die Idee sehr gut am Ende des Film den kompletten Kontrast aufzuzeigen, ein jungen Paar...es erwacht, ein paar ausgetauschte Belanglosigkeiten, man erfährt die Frau ist schwanger. Das in Betracht mit dem Davorgesehenen. Naja, auf 9 Punkte würde ich gehen weil ich beim ersten schauen auch ziemlich genervt war von der ersten Szene im Club...nur hat mich das beim 2. und 3. Schauen überhaupt nicht mehr gestört. Und überhaupt veranlassen mich nur wenige Filme, ihn auch beim 3. Sehen absolut faszinierend zu finden.
7 Punkte (was bei mir verdammt viel ist)!
Anfangs fand ich den Film völlig scheiße, weil ich einfach etwas anderes erwartet hab. Dann habe ich mir den aber auf DVD gekauft (weil ich wusste, dass ich mit den Film noch ein paarmal angucken muss) und bin nun echt überzeugt. Der Film ist irgendwie so abartig nervig, dass man eigentlich keine Lust mehr hat, Kopfschmerzen bekommt, aber den Film trotzdem nicht ausmachen kann. Der frisst sich wirklich erstmal in die Psyche und zerfetzt einem da alles.
Warum nur 7 Punkte?
1. Weil es nunmal bessere Filme gibt.
2. Weil schon allein in Caspar Noé mehr Potential steckt.
3. Weil nach der Vergewaltigungs-Szene wirklich hätte Schluss sein müssen (bzw. kurz danach).
4. (und das ist der wichtigste Punkt) Weil der Film einfach keine Nachwirkungen hat. Da waren, glaube ich, Funny Games und Cube am besten. Ich habe selten so übertrieben lange über Filme nachgedacht. Wahnsinn!
Aber alles in allem ein genialer Film. Das Problem ist nur einfach, dass Funny Games der absolute 10er-Kandidat ist. Und der stellt Irreversibel nunmal völlig in den Schatten, wodurch ich da um 3 Punkte runtergehen muss.
(Und jetzt fangt hier nicht an, über Funny Games zu diskutieren. Das bringt nichts, da man dem Film entweder 10 oder 0 Punkte gibt. Man liebt oder hasst ihn. Und wer ihn hasst, hat ihn nicht verstanden ;D)
8 von 10. französische filmemacher sind oft nicht zimperlich (siehe z.b. baise moi) ...ist nicht jedermanns sache und ich finde dass der film nach der (wirklich grausam dargestellten) vergewaltigungsszene eigentlich zu ende hätte sein müssen. ich finde ihn dennoch sehenswert.8von10
ich würde dem film nur 7 Punkte geben. Aber dennoch muss ich hervorheben, dass die Feuerlöscherszene die geilste ist, die ich je gesehen habe *g* Diese Kameraführung am Anfang und die Musik, argh was hab ich Kopfschmerzen bekommen