Userbewertung: 9 von 10 möglichen Punkten bei 18 gegebenen Stimmen.
Titel: Lord Of War - Händler des Todes
Regisseur: Niccol, Andrew
Datum: Februar 2006 (BRD)
Darsteller: Nicolas Cage, Ethan Hawke, Jared Leto, Bridget Moynahan, Eamonn Walker, Ian Holm, Sammi Rotibi, Steve J. Termath, Nalu Tripician, Patrick Walton Jr.
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Zynismus; schwarzer Humor; bestialische Grausamkeit; Gut gegen Böse; leichterer Humor; in Nichtigkeit Stürzendes; kleine, ausdrucksstarke und schier unverrückbare Statistiken; unterschiedliches Entgegentreten gegen neue Situationen; Lebensmaxime; verbrannte Leichen; globale Politik; etwas aus seinem Leben - und einfach weiter machen; Lüge wie Wahrheit und der Glauben dagegen oder daran... ja und dann wär da noch Cage.
Nicolas Cage - spielt Yuri Orlov - eine Person, die die scharfen Übergänge zwischen gleichartigen Einzelbildern - welche den Film für mich charakterisieren - verkörpert und vereint: Extreme Widersprüche werden so zu einer neuen Gesamtbetrachtung... die irgendwo zwischen Überlebenskunst, persönlicher Erfüllung, Hinrichtungen und Geschäft liegt.
Die Schuld, verkörpert durch den Interpole-Agenten Valentine, jagd dabei ständig dem charismatischen Waffenhändler (/-schieber) hinterher, und verliert dabei mindestens genauso oft auf der scheinbaren Zielgeraden das Rennen wie Simeon Weisz, der eine andere, eine ältere, mit Werten ausgestattete Form von Waffenhändlern repräsentiert, was ihn in eine gewisse Nähe zum Idealismus Valentines´ bringt.
Solcher Kontrast von Orlov, der eben Waffen verkauft, weil er es "gut kann", und Valentine, der das Siegen in aller Unbestechlichkeit für die seine Wahrheit gerne können möchte (dabei scheinbar nie gewinnt, aber auch nicht verliert), zieht sich durch jenes 122-Minuten-Werk, welches für mich beim ersten Erlebnis im Kino an keiner Stelle Langeweile hat aufkommen lassen, was sicher nicht unerheblich an der Person Yuri Orlov und seiner Sprache hängt. Sie bildet in ihrem Gesamtbild den Kern des Films, da genannte Widersprüche sich glaubhaft in Cage´s Charakter zu einer Person zusammenfinden.
So lächelt er uns vor und nach der Eingangsfrage "Jeder 12. Mensch besitzt eine Schusswaffe. Das führt zu der alles entscheidenden Frage:" - kurze Pause, ein Zug an der Zigarette - "Wie bewaffnet man die restlichen 11?" auf eine Art und Weise an, die bereits den Weg für den Rest des Films bereitet. Es folgt dann ein Intro, an dessen Ende klar wird: die Kugeln, die da über die Leinwand fliegen, sind echt, können töten.
Eingangs war die Rede von schwarzem Humor. Nun, in deutlicher Weise ist dies nicht großflächig zu definieren: Einer lacht vielleicht ausgiebig und sein Nachbar versinkt wohl möglich in tiefster Abscheu, während ein Dritter hinter ihnen im Angesicht solcher grotesken Bildabfolge zwar sich ein Lächeln nicht verkneift, aber vor allem die konstruktive Kritik dahinter zu erkennen glaubt... oder er ist wütend über den Lachenden vor ihm, und solidarisiert sich mit dessen Nachbarn.
Dies lässt mich jedenfalls in diesem Moment zu dem (persönlichen) Teilergebnis kommen, dass etwas derartig scharfkantiges und gleichzeitig lächerliches kaum zuvor durch meine Augen gegangen ist - als stünden der Ernst der Wahrheit und die Komik derselbigen ohne Abstand nebeneinander, übereinander und teilweise auch ineinander.
Und so oder so ähnlich stellt sich auch die Frage nach Recht und Richtigkeit, nach Schuldbewusstsein und Verdrängung, Situationskritik und Anpassungsfähigkeit, Voraus- und Kurzsicht... allesamt Gegensätze, die in diesem Film zusammengehören und am Ende durch Andrew Niccol (Direktor und Schreiberling) die eine Antwort erhalten; vielleicht aber auch irgendeine.
Das Intro ist ne super Idee, sehr geil umgesetzt.
Der Film an sich ist gespickt mit vielen bitterbösen Anspielungen und auch das Ende ist überraschend.
Hat mir gut gefallen.
leider hatte mr cage (bis auf diese ausnahme) vor 10 jahren seine beste zeit...
z zt ist er ja in so ziemlich JEDEM film zu sehen...
# 2004: Das Vermächtnis der Tempelritter (National Treasure)
# 2005: Lord of War – Händler des Todes
# 2005: The Weather Man
# 2006: The Wicker Man
# 2006: World Trade Center
# 2007: Ghost Rider
# 2007: Next
und wenn ich das mal so sagen darf- bis auf LoW sind wirklich alle eher mittelmaß...
Sehr guter und auch sehr kritischer Film, umbedingt den Wikipedia Artikel dazu lesen, der Film liegt weit näher an der Realität als man beim Sehen erahnt.
Hab ihn jetzt auch endlich gesehen und ich war rihtig begeistert. Der Film hat ne gute STory, sehr gute Schauspieler, man kann lachen und hat trotzdem diese total fiesen Momenta. Und schon allein das "Intro" ist ja wohl Gold wert. ^^