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Autorbewertung: 8 von 10 möglichen Punkten
Userbewertung: 6 von 10 möglichen Punkten bei einer gegebenen Stimme.

Band: System of a Down
Bandlink: www.systemofadown.com/
Titel: Mesmerize
Datum: 2005
Label: American
Tracklist: 1. Soldier Side (intro)
2. B.Y.O.B.
3. Revenga
4. Cigaro
5. Radio/Video
6. This Cocaine Makes Me Feel Like I'm On This Song
7. Violent Pornography
8. Question!
9. Sad Statue
10. Old School Hollywood
11. Lost in Hollywood
Genre: Hard-Rock/Metal

10.02.2012, 2:40 Uhr, von
An Autumn to Crippled Children  
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 Ich bezeichne ungern die Musik von System of a Down als „Nu-Metal“.
Was ist schon Nu-Metal? Limbs Bisscuite oder wie die Typen heißen (kein Plan), damit hat dieses Album aber nicht viel zu tun.
Für mich sind sie einfach eine skurrile Form des Hard-Rock, mit Metal- und expressionistischen Elementen (bei diesem Album kommen auch Blastbeats vor). Das Album Mezmerise erschien 2005 (?) und ich habe es in den letzten Jahren nicht mehr so oft gehört: Das hat sich jetzt geändert. Lieder wie „Question“ und andere haben mein frühes Teenager-Lebensgefühl mitbestimmt. Ich weiß noch, dass ich damals in Anbetracht des „Question“-Videos meine alkohol-induzierten mentalen „Orgasmen“ erlebte. Überhaupt ist diese Musik bestens geeignet, um sie angetrunken zu hören. Wie ich früher meine mentalen Orgasmen erlebte: Man nehme schnell nacheinander drei Flaschen Bier ein und schließe dann die Augen - der Rausch steigt immer langsamer hoch, bis sich das eigene Gefühl wie in einem orgiastischen Erleben entfaltet. Nicht jeder ist dazu fähig, so etwas zu erleben. Wer sich auserwählt fühlt, kann sich glücklich schätzen…
Die Musik ist einzigartig bis absurd und anspruchslos. Teilweise auch gesellschaftskritisch, wie man es von System gewohnt ist. Auf diesem Album, oder ab diesem Album, sang der Gitarrist Daron Malakian mehr als üblich: Seine Stimme klingt jedoch nicht so ausdrucksstark wie die von Tankian, und es wäre vielleicht besser gewesen, wenn er etwas mehr in den Hintergrund getreten wäre. Jedoch nimmt seine Stimme nicht mehr an Potenzial heraus als üblich. Beim ersten Lied B.Y.O.B. haben wir die Ausnahme: Es ist selten, dass Kunst mit politischer Aussage von der Originalität her etwas taugt (meine Ansicht). Wer eigentlich so oft wie möglich kreativ sein will, muss dieses Thema im Grunde weitestgehend AUSSCHALTEN. Bei System haben wir es mit Musikern zu tun, die ihre Instrumente beherrschen und die Musik nicht vordergründig für Politikmacherei benutzen. Es wird im Hintergrund und am Rande erwähnt, bestimmt den Inhalt der Musik nicht wesentlich.
Das Lied handelt von der Party vor dem Bombenabwurf.
Bei dem Lied „Radio Video“ kommt ein Akkordeon zum Einsatz. Vom Text her ziemlich anspruchslos, wenn man mich fragt. Diese Musik kommt meistens mit einem gewissen „Augenzwinkern“ daher. Vermutlich nehmen sie nicht alles so ernst.
Das Video zu „Question“ handelt von einer nicht-linearen surrealen Erzählung. Die rötliche Farbe ist die eigentliche Linie und spielt hier eine wichtige Rolle: Der rote Vogel, die roten Himbeeren, das rote Bettlaken, das rote Kleid, der rote Stoff zum Schluss und das rote Blut. Rot steht sowohl für die Aggression als auch für Liebe. Sowohl für Leben als auch für Verletzungen (Blut). Die genaue Deutung ist Ansichtssache…
Das Lied „Old School Hollywood” ist teilweise elektronisch, gefällt mir echt gut.
Das letzte Lied „Lost in Hollywood“ ist etwas ruhiger und es dominiert hier der Gesang von Malakian; hier handelt es sich um eine Anti-Hollywood-Ballade. Ein grandioser Abschluss eines skurrilen Albums in jeglicher Hinsicht.
Bleibt noch zu sagen, dass dieses Album im Vergleich zu seinen Vorgängern nicht minder schlecht ist (wobei mir „Steal this Album“ immer noch als Favorit erscheint). Das Booklet unterstreicht den von mir anfänglich erwähnten Expressionismus in bester Manier.
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