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Autorbewertung: 9 von 10 möglichen Punkten
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Band: Acretongue
Bandlink: http://www.acretongue.com/
Titel: Strange Cargo
Datum: Oktober 2011
Label: Dependent
Labellink: http://www.dependent.de
Tracklist: 01. Origin
02. Flowers In The Attic
03. Unspoken
04. These Soft Machines
05. Orphan's Affinity
06. Amber
07. Dragonfly (Version)
08. Riven
09. Strange Cargo
10. Oblivion
Genre: Dark Electro, Industrial

11.02.2012, 16:50 Uhr, von
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 Acretongue ist das so ziemlich Erste, was man aus der Electro/Industrial-Ecke aus Südafrika hört. Nico J. hatte schon in den vergangenen Jahren durch diverse Beiträge auf den Septic-Compilations auf sich aufmerksam gemacht und auch schon Demo-CDs in geringer Stückzahl vertrieben.
Nun ist endlich das erste Full-Time-Album fertig. Das Resultat ist ein äußert komplexer Sound. Trotzdem sind die Songs meist sehr eingängig und haben einen interessanten Spannungsbogen aufzuweisen. Ruhige und intensivere Passagen bilden einen stimmiges Gesamtbild, das von der sehr sanften Stimme, die irgendwo zwischen Sprechen und Singen fast schon über der Musik schwebt, abgerundet wird. Die Reise beginnt mit „Origin“, das vor allem durch die gekonnte Inszenierung der Drums und Percussions aufhorchen lässt und es so schafft, die Spannung bis zum Ende des Stückes aufrecht zu erhalten. „Flowers In The Attic“ geht da etwas geradliniger vor und lässt Atmosphäre, Melodie, Beats und Stimme zu einer Einheit zusammenfließen, die den Hörer nur so davon trägt. Großartig! Etwas ruhiger und dunkler wird es mit „Unspoken“, bis dann „These Soft Machines“ zwar wieder etwas schneller wird, aber trotzdem einen schleppenden und düsteren Sound beibehält. Verspielte Piano-Sounds und dunkle Flächen laden zum (Alb-)Träumen ein. „Orphan’s Affinity“ legt noch eine Schippe drauf und wirkt wiederum etwas tempo- und energiereicher. Der Refrain macht den Song schließlich zum typischen Ohrwurm. „Amber“ ist dann zunächst wieder etwas ruhiger und langsamer und steigert sich zum Ende hin, um dann letztendlich auf dem Höhepunkt des Spannungsbogens abzuschließen. „Dragonfly“ dürfte Kennern der Septic-Compilation-Serie schon seit einigen Jahren bekannt sein, zudem war das Stück bereits auf dem letzten Demo-Album „Nihil“ zu finden (das kann man übrigens über BandCamp gratis herunterladen). Auch nach einigen Jahren kann der Song noch absolut begeistern. Der Song mit tollem Text („destroy this self-made cage, if that's what's required for change”) bleibt absolut im Ohr, abermals erklingen Musik und Gesang in perfekter Harmonie. Weniger hymnisch wartet „Riven“ vor allem mit treibenden Synths auf. Das Stück wirkt dennoch recht verträumt und geht nicht etwa zum Frontalangriff über. Der Titel-Song „Strange Cargo“ erinnert vom Aufbau ein wenig an „Origin“, kommt aber insgesamt etwas ruhiger und ausgeglichener daher. Das letzte Stück „Oblivion“ bietet fast schon ungewöhnlich geradlinige und relativ schnelle Rhythmen auf, kann aber sonst mit der gleichen dichten Atmosphäre wie alle anderen Songs aufwarten.
Unterm Strich ein absolut geniales Debut-Album. Neben äußert komplexen Soundgefilden und einer sehr angenehmen Stimme bietet das Album sehr tiefsinnige Texte, die sich mit dem eigenen Sein, Veränderungen und auch den sich daraus ergebenden Paradoxien auf verschiedenen zwischenmenschlichen Ebenen ergeben. Die Machart sowie die Grundstimmung der Songs sind insgesamt recht ähnlich. Das tut der Wertung aber keinen Abbruch, denn dadurch wirkt das Album sehr homogen, ohne wirkliche Wiederholungen. Ich frage mich eigentlich nur noch, wie man sich nach so einem Debut-Album noch steigern will – die Messlatte liegt sehr hoch!
Favoriten: Flowers In The Attic, Orphan’s Affinity, Dragonfly (Version), Strange Cargo
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