Tracklist: 01 The Glass Coffin (5:55)
02 Forever Loves Decay (4:04)
03 Jesus, Junk And The Jurisdiction (4:09)
04 Idolatry (3:35)
05 Good Mourning Sun (3:58)
06 The Perfume Of Traitors (3:45)
07 Last Europa Kiss (2:09)
08 The Rule Of Thirds (4:13)
09 Truly Be (2:45)
10 Their Deception (3:08)
11 My Rhine Atrocity (3:35)
12 Takeyya (3:32)
13 Let Go (4:10)
Werbung (wird eingeloggten Usern nicht angezeigt):
Death in June gehören zweifelsfrei zu den umstrittensten Bands der Szene und der kreative Kopf hinter DIJ, Douglas Pearce, gibt sein Bestes um die Diskussionen über seine Band aufrecht zu erhalten. Jüngst dürfte die Indizierung zweier Werke von DIJ weiter für Diskussionsstoff gesorgt haben. Das ändert aber nichts daran, dass DIJ trotz der negativen Kritik zu den wichtigsten Bands des Neofolk gehören, da sie das Genre maßgeblich beeinflusst und sogar mit erschaffen haben. Die unzähligen Veröffentlichungen in den letzten 27 Jahren, die von Düsterpunk über Industrial bis hin zu Neofolk reichen, haben viele andere Künstler inspiriert und den Neofolk weiterentwickelt. Dieses Jahr erschien nach langer Zeit ein weiteres, richtig eigenständiges neues Album mit neuen Stücken: The Rule of Thirds
Ich möchte nicht bestreiten, dass ich in ein neues Album von Death in June hohe Erwartungen stecke. Nicht nur weil DIJ einen großen Namen hat, sondern weil ich sehr viele Veröffentlichungen von DIJ sehr schätze und nicht mehr missen möchte. Dazu gehören vor allem die Alben The Guilty Have No Pride, Nada! und But What Ends When the Symbols Shatter?. Ich möchte schon zu Anfang meiner Rezension offenbaren, dass meine Erwartungen bei weitem nicht erfüllt wurden. Sicherlich liegt mir mit The Rule of Thirds ein technisch ausgefeiltes Album vor. DP singt und spielt seine Gitarre nahezu perfekt. Aber warum vergebe ich dann nur sechs Punkte? Weil ich das Album erstens an früheren Veröffentlichungen von DIJ und neueren wichtigen Vertretern des Genres messe.
Allein das Eröffnungsstück "The Glass Coffin" ist meines Erachtens sehr einschläfernd. Monotonie bedeutet nicht unbedingt Langeweile, aber leider überfällt mich diese nicht nur beim ersten Stück des Albums. Auch haut man zumindest mich mit "Ba BaBa"-Refrains nicht vom Stuhl. Es klingt gut, keine Frage, aber bei den meisten Stücken fühle ich mich gezwungen zum nächsten Lied zu switchen.
Erst bei dem sechsten Song gibt es dann einen Lichtblick, aber dafür dann einen ziemlich gewaltigen. "The Perfume of Traitors" gehört mit zu den besten Liedern, die DIJ jemals herausgebracht hat. All das was ich in den anderen Stücken auf The Rule of Thirds vermisse, nämlich einprägsame Melodien, experimentelle Samples und ein schaurig-schön-trauriger für DIJ typischer Gesang, wird in "The Perfume of Traitors" vereint. Wäre nur jedes Stück von diesem Kaliber, wäre es garantiert ein 10 Punkte Album. Ich erwische mich immer wieder dabei, wie ich das Album einlege und mich versuche durch das gesamte Werk zu hören und dann doch nur bei "The Perfume of Traitors" mehrmals hängen bleibe und mich an diesem klasse Lied erfreue bevor ich dann eines der besseren Alben von DIJ einlege.
Natürlich ist es nicht das einzige gute Stück auf dem neuen Album. Im Prinzip sind alle Stücke "gut", technisch einwandfrei. Aber eben meiner Meinung nach nicht wirklich DIJ würdig und auch nicht würdig, in einem Atemzug mit vielen anderen großartigen Veröffentlichungen des Genres wie 'Sonnenheim', 'Balkan Renaissance' oder 'Notwendfeuer' genannt zu werden. Mit "Last Europa Kiss" und "My Rhine Atrocy" hat man es zudem noch mit recht guten Stücken zu tun.
Ich finde es sehr schade, dass das kreative Potential von DIJ mit diesem Album auf diese Weise vertan wurde. Gerade in Australien hätte DP doch viele Inspirationen für ein innovatives Album bekommen können, welches dem Genre und der Band selbst mit Sicherheit gut getan hätte. Potential verschenkt.
Ich denke jeder der von sich behauptet ein Neofolk und Death in June-Hörer zu sein, wird sich das Album zumindest anhören wenn nicht sowieso zu einem Pflichtkauf ernennen. Gerade für Sammler dürfte das interessante Cover ein Kaufgrund sein. Allen anderen empfehle ich aber dringend ein vor dem Kauf statt findendes ausgiebiges Probehören.