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Was wäre, wenn man eines Morgens als Zombie aufwacht, ohne zu wissen, was ein Zombie ist? Um diese grundlegende Frage dreht sich die bitterböse Horror-Komödie von Kerry Prior. Auch wenn die Zombies hier keine klassischen Zombies sind, sondern eben Untote.
Untote Helden
Die Geschichte ist schnell erzählt: Ein US-Soldat stirbt beim Einsatz im Irak und kehrt als Zombie zurück. Fortan muss er Blut trinken, um seinen Körper in Form zu halten - tagsüber fällt er in eine tiefe Ohnmacht. Aus der Not machen er und sein Kumpel eine Tugend und säubern die nächtlichen Straßen von verbrecherischem Abschaum. Das spricht sich rum und neue Superhelden sind geboren.
Nicht so einfach wie gedacht...
Doch mit dem Erfolg kommen wie stets auch die Probleme: Der Kumpel will ebenfalls zum Untoten werden, die Bekannte will beiden den Kopf abschlagen und die Exfreundin will gerne das eiskalte Herz ihres untoten Freundes zurückerobern. Dazu gesellen sich Probleme mit aus dem Weg geräumten Schurken, von denen nicht alle so tot sind, wie es im ersten Moment aussah. Und auch das US-Militär hat seinen Soldaten noch lange nicht vergessen...
Bitterböser Humor, explizite Gewalt
Natürlich ist die erste Assoziation Shaun of the Dead, wenn man den Begriff Zombie-Komödie hört. Das aber führt in die Irre: Shaun ist eine Parodie auf gängige Zombie-Filme, "Untote wie wir" ist ein ganz eigenes Medium. Der Film kommt teilweise so brutal und explizit daher, dass die USK-18 Vergabe definitiv gerechtfertigt ist. Auch wird kein Genre persifliert, sondern ein kluger Gedanke konsequent zu Ende gedacht: Was wäre, wenn das Leben als Untoter gar nicht so schlecht wäre? Gewürzt wird das ganze mit rabenschwarzen Scherzen, menschenverachtenden Sprüchen unterhalb der Gürtellinie und immer wieder überraschender Situationskomik, die nie in Slapstick abrutscht. Besonders das überragende Ende muss man gesehen haben...
Kein typischer Zombiefilm
Als überzeugter Zombie-Fan tat ich mich anfangs etwas schwer mit dem Film, weil ich eben meine geliebten Zombie-Klischees erwartet hatte: Eine kleine und immer kleinere Gruppe von Menschen verteidigt sich gegen stumpfsinnige, aber in Massen auftretende Horden blutdürstiger Zombies und schwelgt dabei nocheinmal im verlorenen Materialismus. Nichts davon in diesem Film: Die Hauptfigur reflektiert den eigenen Zustand und geht auf nächtliche Jagd, weil sie menschliches Blut zur Existenz benötigt. Der untote wirkt eher wie eine Mischung aus Vampir und Zombie, eben wie ein Revenant (Originaltitel).
Anschauen!
Von mir bekommt der Film eine klare Empfehlung. Endlich mal was Neues im Zombie-Vampir-Untoten-Universum, mit dreckigem Humor und intelligenter Handlung. Für Fans des Genres ein Muss!
Ich fand den Film sehr cool - ich habe ihn
neulich erst meinem Freund zum Geburtstag geschenkt.
Und dieser Film ist einfach definitiv ANDERS -
was ist der arme Kerl nun ? Zombie ? Vampir ?
So genau weiß mans nicht. Es gab viele Momente zum
Lachen, es gibt tragische Szenen ( wie der Hauptcharakter
zB versucht, sich das Leben zu nehmen usw ) und der Film
bringt einen zum Nachdenken. Insgesamt ist er also sehr
vielschichtig. Und die visuellen Effekte überzeugen -
die Zombieaugen sind zB extracool !
Als reine Komödie kann man "Untote wie wir" nicht einstufen.
Ich hatte ehrlich gesagt im Vorfeld sowas richtig Bitterböses
von Anfang bis Ende erwartet. Aber der Mix aus verschiedenen
Elementen hat mir trotzdem super gefallen. Ich würde sagen :
Es ist eine Tragigkomödie mit sozialkritischen Untertönen.
Winterkind, KSC schrieb am 01.02.2012, 14:06 Uhr:
... Was wird denn aus dem Film, Noli, wenn man ihn nicht als Komödie anschaut? /
tatsächlich hat der film auch sozialkritische bezüge. die sind aber ganz klar weniger ausgeprägt als die lustigen elemente.
@Diaphora: merkwürdigerweise scheint das einigen leuten so zu gehen, denn im netz finden sich relativ viele eher enttäuschte kommentare zum film. ich glaub, außer mir hat den film keiner verstanden oder, im ernst: der film ist sehr speziell und befriedigt in meinem augen kaum klassische vorstellungen von einem zombie-film oder einer komödie oder einem sozialkritischen kunstwerk. er changiert irgendwo dazwischen, ohne sich festzulegen. das kann man als "unentschlossen" und "nix ganzes und nix halbes" bezeichnen, man kann es aber auch als neuen ansatz und erfrischenden stilmix ansehen. letztlich, wie immer, geschmackssache
Pope on Dope schrieb am 31.01.2012, 8:54 Uhr:
aber sind es zombies oder wiedergänger?
naja, dem Originaltitel nach Wiedergänger. was etwas völlig anderes ist, als ein Zombie. Da könnte man sich mal wieder fragen, ob bei der Titelwahl für die deutsche Fassung nicht eine Uminterpretation stattgefunden hat - Was wird denn aus dem Film, Noli, wenn man ihn nicht als Komödie anschaut? /
Pope on Dope schrieb am 30.01.2012, 22:29 Uhr:
hört sich interessant an...werd ich mir ma am samstag in der videothek organisieren ...
Das dachte ich, nachdem ich die Rezension las, auch. Doch ich wurde irgendwie enttäuscht. Die neue Zombie-Idee war zwar gut, aber leider meines Erachtens nur dürftig umgesetzt. Auch die bitterböse Komik hab ich vermisst. Es gab zwar ein paar Lacher, aber generell zog sich der Film hin, wie eine eingetrocknete Ölspur.
Ich finde, dass im Film die falschen Themen ausgeweitet wurden, somit hinterlässt der ,,Zombiecharakter" einen sehr weinerlichen Eindruck. Die Heldenthematik wird größtenteils im Zeitraffer gezeigt (bis auf 2-3 kleine Ausnahmen), sodass dem Film die Chance auf viel Witz genommen wurde.
Alles in allem empfand ich den Streifen eher als Drama durch dieses ganze Gefühls-Gedöhns und das Rumgejaule der Zombie-Hauptfigur.
Besonders das überragende Ende muss man gesehen haben...
Auch hier kann ich nicht mitgehen. Das Ende passte überhaupt nicht zum Stil des restlichen Films und außerdem viel zu gehaltvoll für eine vermeindliche Komödie.